Sportverletzungen und ihre Behandlung

Sportverletzungen reichen vom einfachen Muskelkater, über Zerrungen, Verstauchungen sowie Muskel- oder Bänderrissen zu Knochenbrüchen und schwerwiegenden Kopfverletzungen. Dabei treten die Verletzungen oft in Kombination auf. So unterschiedlich die Verletzungsmuster im Sport sind, es gibt einige Grundregeln in der Behandlung.

Im Folgenden erfahren Sie alles über typische Sportverletzungen, deren Behandlung und Vermeidung.

Muskelverletzungen und Verstauchungen

Zu den häufigsten Sportverletzungen zählen Verletzungen der Muskulatur und die Verstauchung.

Muskelkater

Jeder von uns kennt ihn. Stunden nach der sportlichen Betätigung oder am folgenden Tag zieht und zwickt es in Muskeln, die wir vor unserem Sport nur erahnen konnten. Dem Muskelkater liegen kleinste Muskelfaserrisse zugrunde. Die Muskulatur reagiert mit einer Entzündungsreaktion und einer Schwellung. Alle Bewegungen, Druck und Dehnungen sind schmerzhaft. Ein Maximum des Schmerzes ist nach 1-3 Tagen erreicht.

Maßnahmen zur Unterstützung der Heilung:

  • Wärme
  • Bewegung ohne Anspannen des Muskels – wie zum Beispiel leichtes Radfahren, Aquajogging und passives Dehnen – schaffen Erleichterung.

Dabei sollte keine absolute Ruhigstellung erfolgen, damit die Durchblutung und damit der Heilungsprozess im Muskel gewährleistet ist. Nach maximal einer Woche sollte der Muskelkater verschwunden sein. Um einem weiteren Muskelkater vorzubeugen, kann beim nächsten Training ein funktionelles Aufbautraining hilfreich sein, bei dem darauf geachtet wird, wenig trainierte Muskeln nicht zu stark und nicht zu lange zu belasten.

Mythos Milchsäure:

Lange Zeit war die Annahme verbreitet, dass Muskelkater durch eine Übersäuerung des Muskels entsteht. Tatsächlich greifen die Muskelzellen unter Belastung zur Energiegewinnung auf Laktat (= Milchsäure) zurück, weil dabei in kurzer Zeit sehr viel mehr Energie gewonnen werden kann, als mit Sauerstoff. Dabei entsteht unter anderem Kohlenstoffdioxid (CO2), was den Muskel ansäuert. Dies geschieht jedoch nicht nur bei Sportanfängern, sondern auch bei geübten Sportlern – ohne einen folgenden Muskelkater.

Muskelquetschungen und -prellungen

Kommt es bei Kontaktsportarten oder Stürzen zu Quetschungen oder Prellungen der Muskulatur, zerreißen kleine Blutgefäße und Lymphbahnen innerhalb der Muskulatur. Es kommt zu Blutergüssen, die sehr schmerzhaft sein und mit einer Bewegungseinschränkung einhergehen können. In der Akutbehandlung kommt das PECH-Schema

  • Pause
  • Eis (Kühlung)
  • Compression (z.B. mit einem Druckverband),
  • Hochlagern )

zum Einsatz. Eine Sportpause sollte nicht länger als 3 Tage eingelegt werden. Die Belastung sollte danach langsam wieder gesteigert werden.

Muskelzerrung

Bei einer Muskelzerrung wurde die Muskulatur über das physiologische Maß hinaus gedehnt. Der betroffene Muskel schmerzt anschließend in Ruhe und bei Bewegung. Meist erholt sich der Muskel von allein innerhalb von 4-6 Tagen. Eine Schonung und bedarfsweise Kühlung wirken unterstützend.

Muskelfaserriss

Bei noch stärkerer Dehnung kommt es zum Muskelfaserriss. Dieser entsteht zum Beispiel bei einem raschen Wechsel zwischen Beschleunigung und Abbremsen (Tennis). Durch den damit verbundenen starken Schmerz sind Bewegungen fast nicht mehr möglich, der Sportler nimmt eine Schonhaltung ein. Durch das Anschwellen des Gewebes rund um den gerissenen Muskel kann eine tastbare Delle entstehen.

Maßnahmen zur Unterstützung der Heilung:

  • Kühlung und Kompression: Der Muskel sollte sofort gekühlt und komprimiert werden, damit kein Bluterguss entstehen kann.
  • Schonung: Eine 3-tägige Sportpause, anschließende leichte Bewegungsübungen und ein Verzicht auf Spitzenbelastungen für mindestens 6 Wochen ist ratsam.
  • Operation: Kommt es im Extremfall zum Muskelriss (=Riss von allen Muskelfasern eines Muskels auf einmal), kann eine operative Rekonstruktion des Muskelgewebes notwendig werden.

Zur Prophylaxe eines erneuten Auftretens sind ausreichendes Aufwärmen und Dehnungsübungen vor dem Sport das A und O.

Verstauchung (Distorsion)

Die Verstauchung beschreibt die Überdehnung eines Gelenkes. Dabei rutscht das Gelenk kurzzeitig aus seiner physiologischen Position ohne ganz auszurenken. Dadurch werden die Bänder und die Kapsel des Gelenkes überdehnt. Die Stabilität des Gelenkes bleibt erhalten. Das Sprunggelenk, das Knie- und das Handgelenk sind besonders häufig betroffen.

Dies kann aktiv passieren durch Umknicken oder Sturz aus dem Laufen heraus oder passiv durch Gegnerkontakt, wenn zum Beispiel der Gegner in den Wurfarm greift. Starke Schmerzen, Schwellungen und Bluterguss mit Funktionseinschränkung können die Folge sein. Eine Verstauchung ist meist Teil einer Kombinationsverletzung, deshalb sind davon oftmals auch umliegende Strukturen wie die Knochen betroffen.

Maßnahmen zur Heilung:

  • Sofortige Kühlung
  • Schonung für 1-2 Wochen mit Hochlagerung und Verbänden

Die Verbände können dabei mit elastischen Binden, als Tape-Verband oder mit Schienen erfolgen.

Knieverletzungen

Beim Knie sind es häufig Sehnen und Bänder, die Beschwerden verursachen. Doch auch Knorpel und Kniescheibe sind empfindlich und können von Verschleißerscheinungen betroffen sein.

Parapatellares Schmerzsyndrom (Chondropathia patellae)

Schmerzen im vorderen Bereich der Kniescheibe beim Treppensteigen, Bergabgehen, in Ruhe oder nach langer Kniebeugung können Zeichen für ein parapatellares Schmerzsyndrom sein. Es entsteht bei Sportlern als Überbelastung der an der Patella (=Kniescheibe) ansetzenden Strukturen (Muskelsehnen, Gelenkfaszien, Kniescheibenbänder).

Die auftretenden Schmerzen können konservativ behandelt werden mit Schonung, Ruhigstellung, Injektionstherapie (Lokalanästhesie), Koordinationsschulung und Kräftigung des Oberschenkelmuskels (Musculus quadriceps).

Bandverletzungen des Knies

Das Knie ist in seiner knöchernen Struktur relativ instabil, weshalb es durch zahlreiche Bänder gesichert ist. Unter hoher Belastung können diese jedoch reißen. Eine häufige Ursache ist eine Knieverdrehung bei feststehendem Unterschenkel (auch Flexion-Valgus-Außenrotation genannt).

Meniskusriss

Der Meniskus ist ein halbmondförmiger Knorpel  im Knie, der als Stoßdämpfer dient. Je nach Lage unterscheidet man zwischen dem Innen- und Außenmeniskus. Wenn es bei feststehendem Unterschenkel zu einer Verdrehung des Knies kommt (zum Beispiel beim Skifahren oder Fußball, oder aber verdrehtem Aufstehen aus der Hocke), wird der Meniskus überdehnt. Vor allem der Innenmeniskus kann dabei leicht reißen, weil er zusätzlich mit dem Innenband im Knie verwachsen ist.

Symptome:

  • einschießender Schmerz
  • das Kniegelenk blockiert
  • Bluterguss im Gelenk.

In der Folge entsteht ein seröser Reizerguss – dabei sammelt sich serumartige Flüssigkeit im Gelenk an – Belastungen schmerzen und die Streckung ist gehemmt.

Zur Diagnostik und Therapie führen Mediziner anschließend an eine Schichtbildaufnahme (MRT, Magnetresonanztomographie) eine Kniegelenksspiegelung (Arthroskopie) durch.

Maßnahmen:

  • Nähen: Ist der Riss an der Basis des Meniskus entstanden, wird dieser bei jüngeren Menschen genäht.
  • Abtragen: Bei einem basisfernen Riss wird das überschüssige Meniskusgewebe abgetragen.
  • Entfernen: Eine komplette Entfernung des verletzten Meniskus wird nur in Ausnahmefällen durchgeführt.

Unbehandelt kann ein Meniskusriss eine chronische Entzündung der Gelenkhaut, der Innenschicht der Gelenkkapsel auslösen. Diese ist gemeinsam mit dem Meniskus für die Stoßdämpfung im Knie zuständig, indem sie einen schmierenden Gleitfilm auf den Gelenkflächen bildet (Synovia oder Synovialflüssigkeit). Nach einer Meniskusbehandlung wird das Kniegelenk für eine Woche geschont und dann ggf. mithilfe von Physiotherapie wieder funktionstüchtig gemacht.

Kreuzbandverletzung

Das menschliche Kniegelenk hat zwei Kreuzbänder. Sie kreuzen sich mittig, wobei das eine vor dem anderen verläuft – daher auch die Namensgebung des vorderen und hinteren Kreuzbandes. Sie können bis zu 200 Kilogramm Belastung standhalten und sind entscheidend für die Stabilität und Funktionalität des Kniegelenks.

Das vordere Kreuzband ist am häufigsten von einer Verletzung betroffen. Der Verletzungsmechanismus beruht auf der bereits erwähnten Flexion-Valgus-Außenrotation, welche besonders bei Stürzen auftreten kann, wenn dabei ein Fuß fixiert ist (wie z.B. beim Ski- oder Snowboardfahren).

Symptome:

  • Schmerzen: Kommt es zu einem Kreuzbandriss, treten akute Schmerzen und Bewegungseinschränkungen auf.
  • Giving-Away: Das Kniegelenk wird instabil und knickt weg (deshalb auch Giving-way-Phänomen (von “to give away” , wörtl.: “nachgeben, wegknicken”) genannt).

Maßnahme:

  • Operation: Ein Kreuzbandriss wird in Arthroskopie operativ mit körpereigenem Gewebe aus Muskelsehnen oder Kniescheibenbändern rekonstruiert.
  • Stabilisierung: Anschließend wird das Knie mit einer Orthese, einem medizinischen Hilfsmittel zur Stabilisierung und Fixierung, versorgt und
  • Entlastung: eine Entlastung durch Unterarmgehstützen (Krücken) gewährleistet.
  • Physiotherapie: In physiotherapeutischer Behandlung wird die Belastung langsam wieder gesteigert.

Verletzungen der Seitenbänder

Neben Meniskus und Kreuzbändern können auch die Seitenbänder im Knie bei einer Verdrehung des Knies nach innen oder außen (Valgus- bzw. Varus-Trauma) reißen. Das Innenband ist bei Knieverletzungen häufiger betroffen als das Außenband.

Ein unvollständiger Riss muss nicht zwangsläufig zu Instabilität im Knie führen, reißt das Band jedoch komplett, kommt es genau wie beim Kreuzbandriss zum Giving-away-Phänomen. Schmerzen treten eventuell nur bei Belastung auf. Diese äußern sich spitz-stechend in Projektion auf die knöchernen Ansatzstellen. Inkomplette Innenbandrisse können konservativ behandelt werden. Komplette Risse und Außenbandrisse müssen in einer Operation wieder fixiert werden.

Unhappy Triad (Unglückliche Triade)

Die Kombination aus vorderem Kreuzbandriss, Innenmeniskusriss sowie Innenbandriss wird als Unhappy Triad  (dt. unglückliche Triade, erstmals beschrieben von O’Donoghue, 1964) bezeichnet.

Sie wird meist durch eine Außenrotation bei gebeugtem Knie und festgestelltem Unterschenkel verursacht. In der Regel muss die Verletzung nach 4-6 Wochen, wenn die Schwellung zurückgegangen ist, operativ behandelt werden.

Verletzungen des Gelenkknorpels

Knorpel im Inneren des Gelenks sorgt für eine glatte Oberfläche der Gelenkenden und für eine möglichst reibungsarme Beweglichkeit der Gelenke. Kommt es im Knie zu Brüchen in den knöchernen Gelenkflächen oder den stabilisierenden Bändern, kann auch der Knorpel geschädigt, gequetscht oder verdreht werden.

Eine leichte Prellung muss nicht operativ versorgt werden. Kommt es jedoch zu größeren Knorpelschäden, können diese durch verschiedene operative Maßnahmen ausgeglichen werden:

  1. Arthroplastik (Rekonstruktion oder Ersatz des zerstörten Gelenks)
  2. autologe Knorpel-Knochen-Zylinder-Transplantation. (Verpflanzung von Knorpel aus einer nicht belasteten Region des Kniegelenks)

Alternativ können auch gezüchtete Knorpelzellen verwendet werden.

Traumatische Patellaluxation

Die Kniescheibe (Patella) kann zur Seite luxieren (=auskugeln), wenn der sogenannte Reservestreckapparat des Knies reißt. Dieser ist Teil der Gelenkkapsel und besteht aus einem innen- und außenseitigen Halteband, welche die Kniescheibe umrahmen und zu ihrer Streckung beitragen. Das innere Halteband ist häufiger von Verletzungen betroffen als das äußere.

Die Verletzung äußert sich durch einen heftigen Schmerz mit Schonbeugung des Knies, es entsteht ein blutiger Kniegelenkserguss. Ein Arzt kann die Kniescheibe durch passives Strecken und Druck nach innen in ihre Ausgangsposition zurückbringen. Danach wird das Kniegelenk für 6 Wochen mit einer Schiene stabilisiert. Falls nötig, kann die Gelenkkapsel im Rahmen einer minimal eingreifenden Operation (Arthroskopie) wieder fixiert werden.

Patellafraktur

Von Kniescheibenbrüchen sind vor allem Fußballer betroffen, die auf das Knie stürzen oder eine abrupte Streckung des Gelenkes gegen Widerstand (bspw. beim “Schießen” des Balles) durchführen. Dabei kann die Kniescheibe längs oder quer oder in Trümmer brechen. Es bildet sich meist ein ausgeprägter blauer Fleck mit Schwellung um das Kniegelenk herum. Im Rahmen der Schmerzgrenze des Betroffenen lässt sich durch Ertasten eine Delle in der Kniescheibe feststellen. Aktives Strecken oder Anheben des Knies sind oft nicht mehr möglich.

Die Therapie richtet sich nach der Bruchart. Liegen die Bruchstücke noch dicht beieinander, genügt eine konservative Behandlung mit Teilbelastung des Knies, d.h. Laufen an Unterarmstützen für 4-6 Wochen. Weichen die Bruchstücke auseinander, müssen diese zunächst operativ mithilfe von Drähten (Kirschner-Drähten) oder (Kleinfragment-)Schrauben fixiert werden.

Damit das Kniegelenk in Ruhe heilen kann, wird es anschließend mit einer sogenannten Orthese stabilisiert. .

Unterschenkelverletzungen und Verletzungen des oberen Sprunggelenkes (OSG)

Außenbandruptur

Der Außenbandriss des Sprunggelenkes ist die häufigste Bandverletzung des Menschen. Durch Umknicken nach innen bei Laufsportarten, Handball, Squash, Volley-/Basketball werden die Außenbänder überdehnt und können reißen. Vor oder unter dem Außenknöchel treten Schwellungen auf, eine Gehunfähigkeit oder –einschränkung ist möglich. Der betroffene Fuß soll hochgelagert, sowie die Bänder mittels Bandagen und Kühlung  zur Vermeidung von Schwellungen akut entlastet werden. Als konservative Behandlung können Orthesen (medizinisches Hilfsmittel zur Stabilisierung und Ruhigstellung von Gelenken und Körperabschnitten) in einer einwärts gedrehten Fußstellung (Pronationsstellung) angelegt werden. Eine Sportfähigkeit wird fast ausnahmslos wieder erreicht. Tape- und Stützverbände können unterstützend wirken.

Sportverletzungen der Wirbelsäule

Spondylolyse

Bei Kindern, die Sportarten machen, bei denen die Wirbelsäule rückwärts gebogen wird wie beim Turnen, Trampolinspringen, Speerwurf oder Delfinschwimmen, besteht die Möglichkeit, dass sich die Wirbelgelenke lösen und die Wirbelkörper sich so gegeneinander verschieben. Die Gefahr der Entwicklung einer Spondylolisthesis, also eines Wirbelkörperabrutschens, ist gegeben.

Meist verursacht die Spondylolyse keine Beschwerden, Reizungen von Nervenwurzeln sind möglich, im Erwachsenenalter können Kreuzschmerzen auftreten. Eine Trainingsberatung kann helfen die Erkrankung zu vermeiden. Eine Ruhigstellung mit einem Korsett oder Gipsverband zur Ausheilung sowie das vorübergehende Einstellen der Sportart (jedoch kein Sportverbot) können die Spondylolyse heilen.

Vor allem bei Kindern kann eine Reposition der Wirbelsäule mit Stabilisierung notwendig werden, um schwerwiegendere Folgen zu vermeiden.

Sportverletzungen der Schulter

Traumatische Schultergelenksverrenkung

Die Schulter ist das am häufigsten ausgerenkte Gelenk. Die Ausrenkung geschieht meist beim Sturz auf den nach hinten gestreckten Arm. Die Verletzung ist sehr schmerzhaft und fällt durch eine Fehlstellung der Schulter und des Armes auf. Das Schultergelenk muss unter Schmerzmedikation oder in Narkose wieder eingerenkt werden. Anschließend wird das Schultergelenk für 1 Woche im Verband ruhiggestellt. Danach folgt eine 6-wöchige Physiotherapie.

Schultergelenkssprengung

Von einer Schultergelenkssprengung ist die Rede, wenn die Verbindung des Schultergelenks mit dem Schlüsselbein und das Schlüsselbein selbst nicht mehr in der physiologischen Position liegen, was beim Sturz auf die Schulter oder den ausgestreckten Arm passieren kann. Je nach Schweregrad der Verletzung spricht man auch von einer Tossy– oder Rockwood-Verletzung, benannt nach den Ärzten, die die Abstufung der Schweregrade definierten. Dementsprechend richtet sich auch die Form der Therapie: in weniger schweren Fällen kann eine Therapie mit Ruhigstellung im Verband ausreichend sein, andernfalls muss das Gelenk operativ zurück in seine Ursprungsposition gebracht werden.

Schlüsselbeinbruch

Bei einem Sturz auf die Schulter oder die ausgestreckte Hand kann das Schlüsselbein brechen. Schmerzen äußern sich oft bei Bewegungen des Armes und des Brustkorbes, auch ein Bluterguss kann sich direkt über dem Schlüsselbein bilden. Eine Operation ist nur in seltenen Fällen notwendig, da der Knochen unter Schonung oft von allein wieder zusammenwachsen kann.

Sportverletzungen Oberarm und Ellenbogen:

Bizepssehnensyndrom

Eine Überbelastung der Bizepssehne des Oberarmmuskels kann eine Summe von Störungen und Symptomen hervorrufen. Bei Sportlern besteht langfristig die Gefahr, dass die Sehne reißt. Unspezifische Schmerzen geben Hinweis auf die Störung.

Bei einem Sehnenriss können Beschwerden auch ausbleiben, jedoch verschiebt sich dadurch der “Muskelbauch” (der angeschwollene Teil des Muskels). Nach außen wird dadurch sicht- und fühlbar: ein dicker Muskelwulst am Oberarm. Zudem entsteht ein Kraftdefizit. Schmerzmedikamente verschaffen in diesem Fall Abhilfe.

Ein Sehnenriss muss nur operiert werden, wenn die Sehne Richtung Ellenbogen gerissen ist. Ein Sehnenriss Richtung Schulter kann meist durch eine andere Bizepssehne kompensiert werden.

Epicondylitis (Tennisarm)

Als sogenannter Tennisellenbogen oder Golferellenbogen wird eine chronische mechanische Überbelastung der Unterarmsehnenansätze an dem Oberarmknochen beschrieben – auch Epicondylitis genannt. Ein Druckschmerz und Bewegungsschmerz ist entweder auf der Ellenseite oder der Speichenseite der Knochenvorsprünge des Oberarmes auszumachen.

Eine mehrwöchige Schonung, eventuell mit Ruhigstellung in einem Gips ist erforderlich, damit sich die entzündeten Sehnen erholen können. Unterstützend können lokale Betäubungsmittel oder Kortison, ein Nebennierenhormon, das unterstützend bei der Kontrolle von Entzündungen wirkt, eingespritzt werden. Elektrotherapie, Kälteapplikationen, Massagen, Bandagen unterstützen die Heilung. Eine Trainingsberatung und Optimierung der Sporttechnik kann das Risiko eines Wiederauftretens verringern.

Sportschäden

Sportschäden sind von den Sportverletzungen als chronische Schäden durch Überbelastung (Verschleißerscheinungen) abzugrenzen. 85% der Profisportler sind von Sportschäden betroffen!

Stressfrakturen (Ermüdungsfraktur)

Ermüdungsbrüche rühren von wiederkehrender gleichförmiger mechanischer Überbeanspruchung her. Häufige Lokalisationen sind der Mittelfuß (Marschfraktur bei Läufern), der Schenkelhals und das Schienbein bei Langstreckenläufern, die Wirbelkörper-Auseinanderweichung (Spondylolyse) bei Turmspringern und Turnern, ein Handwurzelknochen (Os naviculare) bei Hochspringern. Schmerzen, Schwellung und eine Funktionsstörung weisen auf einen Ermüdungsbruch hin. Diese werden konservativ behandelt.

Sekundäre Arthrosen

Wiederholte Mikrotraumen des Knorpels eines Gelenkes durch Überbelastung oder Verletzung können zu einer sekundären Arthrose führen. Das Kniegelenk und das Sprunggelenk (so genanntes ‘Fußballer-OSG’) sind häufig betroffen. Schmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen mit Muskelverspannungen und Gelenkverformungen sind möglich.

Behandlungsmöglichkeiten:

  • eine orthetische Versorgung mit Schuheinlagen, Pufferabsatz oder Führungsschienen
  • Schmerzbehandlung
  • Wärme
  • Massagen
  • Knochenanbohrungen
  • Gelenkhautentfernung (Synovialektomie)
  • Denervierung (Unterbrechung der Nervenbahnen zum Gehirn) zur Bekämpfung der chronischen Schmerzen
  • operative Versteifung (Arthrodese)
  • Gelenkersatz (Endoprothese)

Insertionstendinosen

Bei Leistungssportlern kann eine dauerhafte Überbeanspruchung des Sehnen-Knochen-Überganges von bestimmten Muskeln zu den sogenannten Insertionstendinosen führen. Typische Lokalisationen sind der speichenseitige Knochenvorsprung des Oberarmknochens (Epicondylitis radialis), wo der Tennisellenbogen entsteht, und ein Muskelansatz an der Außenseite des Knies (Tractus iliotibilais-Ansatz), das sogenannte Läuferknie (Runner’s knee).

Bei Sportlern sind vor allem das Knie und das obere Sprunggelenk betroffen, aber auch das Hüftgelenk, das Handgelenk, der Ellenbogen oder die Schulter. In Ruhe und Bewegung treten dabei Schmerzen auf. Druck und Dehnung können die Schmerzen verstärken. Zunächst muss die betroffene Körperregion mechanisch entlastet werden.

Physikalische Maßnahmen zur Heilung:

Begleitend können Schmerzmedikamente eingesetzt werden.

Physiotherapeutische Maßnahmen zur Herstellung der Funktionsfähigkeit:

  • Dehnung
  • Koordinationsübungen
  • Massage

Selten werden Injektionen von Lokalanästhesie und Kortisontherapien oder aber eine Operation notwendig.

Verknöcherung von Sehnenansätzen

Der Fersensporn (Sprungbein, Fersenbein beim Fußballer) ist ein typisches Beispiel für eine Verknöcherung eines Sehnenansatzes. Eine weitere Lokalisation ist die Oberschenkelmuskulatur an der Innenseite bei Reitern, in der Muskelverhärtungen auftreten können. Es kommt zu lokalen Schmerzen.

Zur Symptomlinderung:

  • Wärme
  • Massagen
  • beim Fersensporn werden Locheinlagen eingesetzt.

Funktionelles Kompartmentsyndrom

Vor allem bei Laiensportlern oder einer übermotivierten Trainings-Wiederaufnahme durch extreme Überbelastung eines untrainierten Muskels kann es zum funktionellen Kompartmentsyndrom kommen. Diese tritt im Unterschenkel auf.

Symptome eines funktionellen Kompartmentsyndroms:

  • Schmerzen: Der Unterschenkel ist stark schmerzhaft
  • Schwellung: prall geschwollener Unterschenkel
  • Verhärtung.
  • Störungen: Es können im Extremfall Sensibilitätsstörungen und motorische Störungen auftreten.

Die Notfall-Behandlung ist die Fasziotomie, eine Operation, in der die Bindegewebshüllen der Unterschenkelmuskulatur zur Druckentlastung gespalten werden. Der Muskel kann sich nach Entlastung anschließend regenerieren.