Orthopädietechnik

Einleitung

Was ist Orthopädietechnik?

Orthopädietechnik bezeichnet übergreifend die Anpassung und Herstellung von orthopädischen Hilfsmitteln. Die Hilfsmittel sind in der Regel ärztlich verordnet und sollen orthopädische Probleme, wie Schäden im Haltungs- und Bewegungsapparat oder Gelenkfehlstellungen korrigieren.

Solche orthopädischen Hilfsmittel umfassen:

  • Orthesen: stabilisieren oder entlasten Gliedmaßen oder den Rumpf, und können Fehlhaltungen korrigieren.
  • Prothesen: können fehlende oder geschädigte Körperteile vollständig oder teilweise ersetzen.
  • Hilfsmittel aus der Rehabilitationstechnik: zum Beispiel individuell angepasste Rollstühle.

Was macht ein Orthopädietechniker?

Ein Orthopädietechniker (auch: Orthopädietechnik-Mechaniker, veraltet auch Orthopädiemechaniker oder Bandagist) ist für die Anfertigung von orthopädischen Hilfsmitteln verantwortlich.

Prothesen und Orthesen werden oft nach Maß angefertigt. Ein Orthopädietechniker muss deshalb neben der Herstellung der Hilfsmittel außerdem die betroffenen Körperteile vermessen, Modelle erstellen und die Kunden bei der Wahl des richtigen Hilfsmittels beraten. Auch Kunden, die bereits über Hilfsmittel verfügen, suchen hin und wieder einen Orthopädietechniker auf, beispielsweise wenn eine Prothese gewartet, repariert oder justiert werden muss.

Das Handwerk des Orthopädietechnikers gehört den Gesundheitsfachberufen an und die Ausbildung dauert drei Jahre.

Orthesen-Technik

Eine Orthese ist ein orthopädisches Hilfsmittel, das direkt am Körper anliegt und die Gliedmaßen oder den Rumpf entlasten, stabilisieren und Fehlhaltungen korrigieren kann. Durch die unterstützende Wirkung einer Orthese kann der Körper so entlastet werden, dass die Heilung nach einer Verletzung unterstützt wird. Doch auch bei chronischen Erkrankungen oder nicht heilbaren Schäden können geschwächte Körperteile unterstützt werden, indem ausgefallene Funktionen ersetzt werden und Verformungen vorgebeugt werden.

Orthesen können am ganzen Körper eingesetzt werden – am Kopf, dem Hals, Rumpf sowie den Gliedmaßen.

Neuro-Orthesen

Die Nerven unseres Körpers sind die Grundlage dafür, dass wir unseren Körper uneingeschränkt bewegen können. Kommt es zu einer Verletzung der Nerven, zum Beispiel als Folge einer neurologischen Erkrankung, kann die Beweglichkeit des Körpers massiv beeinträchtigt sein.

Solche Einschränkungen äußern sich zum Beispiel als spastische oder schlaffe Lähmung, d.h. eine erhöhte oder verminderte Spannung der Skelettmuskulatur. Patienten können betroffene Körperteile meist nicht mehr gezielt oder gar nicht mehr bewegen.

Um den Einstieg in den Alltag nach einer solchen Verletzung oder Erkrankung zu erleichtern, gibt es sogenannte Neuro-Orthesen. Diese dienen speziell dazu, die Folgen einer neurologischen Funktionsstörung auszugleichen. Die Wissenschaft hinter den Neuro-Orthesen, die sogenannte Bionik (zusammengesetzt aus den Worten Biologie und Technik), versucht mittels technischer und elektronischer Systeme biologische Körperfunktionen zu ersetzen.

Auf diese Weise kann beispielsweise nach einem Schlaganfall oder bei Multipler Sklerose die Gehfähigkeit verbessert oder die Funktion eines Arms oder einer Hand zurückerlangt werden.

Kopforthesen

Kopforthesen (auch Craniumorthesen, aus dem Lateinischen: cranium = Schädel) umschließen den gesamten Kopf. Sie können bei Verformungen des Schädels eingesetzt werden.

Diese treten vor allem bei Babys auf, wenn sich deren noch weicher Schädelknochen während der Geburt (z.B. durch einen engen Geburtskanal oder Hilfsmittel während einer Geburt) verformt hat. Auch längere einseitige Belastung, wie eine immer gleiche Schlafposition, kann bei Kleinkindern den Schädel verformen.

Ein sogenannter Therapiehelm, also eine Orthese für den Kopf, kann den Schädel des Kindes in solch einem Fall in seiner richtigen Form stabilisieren, damit sich die Verformung zurückbilden kann.

Kopforthesen beinhalten ebenfalls Orthesen, die gegen Schnarchen entwickelt wurden. Sogenannte Uvula-Orthesen umschließen das Zäpfchen im Gaumen und können eine regelmäßige Atmung unterstützen, wodurch Schnarchen verhindert wird.

Halsorthesen

Halsorthesen (auch Cervikalorthesen, aus dem Lateinischen: cervix = Hals) umschließen den Hals ganz oder teilweise. Gängige Halsorthesen bestehen dabei aus Schaumstoff oder Kunststoff und können bei chronischen Muskelverspannungen oder Nackenschmerzen schmerzlindernd wirken, indem die Halswirbelsäule entlastet wird. Fehlstellungen der Halswirbelsäule können korrigiert werden.

Neben solchen Halskrausen besteht außerdem die Möglichkeit, den Hals mit Hilfe eines Stützkorsetts zu entlasten, das auch als Halo-System bekannt ist. Halo stammt dabei aus dem Englischen halo, was so viel wie Heiligenschein bedeutet, und beschreibt einen Metallring, der mit kleinen Pins am Kopf angebracht ist und den Kopf in einer nach vorn gerichteten Position fixiert. Senkrechte Stäbe verbinden den Metallring mit einer Weste, damit eine Ruhigstellung des Halses garantiert werden kann.

Solch ein Stützkorsett ermöglicht es Patienten, die Verletzungen an der Halswirbelsäule erlitten haben, sich während der Genesung weitestgehend normal bewegen zu können, anstatt ans Bett gefesselt zu sein.

Rumpf-Orthesen

Rumpforthesen umfassen alle Orthesen, die die Wirbelsäule, Brust, Rücken, Bauch und Becken unterstützen sollen.

Wirbelsäulenorthesen

Wirbelsäulenorthesen dienen einer Entlastung und Ruhigstellung der Wirbelsäule (Brustwirbelsäule oder Lendenwirbelsäule) beispielsweise nach Verletzungen wie Wirbelbrüchen oder bei angeborenen Fehlstellungen wie Skoliosen (Wirbelsäulenverdrehung). Übergewichtige oder Menschen mit unzureichend ausgebildeter Rückenmuskulatur können eine Orthese tragen, um Haltungsfehler zu korrigieren.

Brustorthesen

Brustorthesen (Korsetts) können bei Rippenbrüchen die Knochenheilung unterstützen, indem sie ähnlich wie ein Gips den betroffenen Bereich ruhigstellen.

Rückenorthesen

Rückenorthesen umschließend meist den unteren Bereich des Rückens und können chronische Rückenschmerzen durch Entlastung lindern, die zum Beispiel nach einem Hexenschuss oder Ischiasbeschwerden entstehen.

Beckenorthesen

Beckenorthesen sollen Darmbein und Kreuzbein des Beckens entlasten und können Schmerzen im unteren Rücken während der Schwangerschaft lindern.

Bauchorthesen

Ebenfalls unterstützend während der Schwangerschaft wirken die sogenannten Bauchorthesen (auch Abdominalorthesen), die den Bauchraum umschließen und stabilisieren. Nach Operationen im Bauchraum kann es um die Narbe außerdem zu einem Narbenbruch (Narbenhernie) kommen. Dabei kann die Operationsnarbe dem Druck der Eingeweide im Bauch nach außen nicht standhalten und „bricht“. Eine Bauchorthese kann prophylaktisch wirken und einen Narbenbruch verhindern, sie kann aber auch unterstützend während der Genesung nach einem Narbenbruch getragen werden.

Orthesen für die unteren Gliedmaßen

Die unteren Gliedmaßen umfassen die Hüfte, das Bein, Knie, das Sprunggelenk und den Fuß.

Hüftorthesen

Eine Hüftorthese umschließt und stabilisiert das Hüftgelenk. Bei Fehlstellungen im Hüftgelenk oder nach Hüftgelenksoperationen kann sie, ähnlich wie ein Gips, die Haltung korrigieren sowie die Heilung durch Ruhigstellung fördern. Die Beweglichkeit einer Hüftorthese kann individuell an die jeweiligen Bedürfnisse des Patienten angepasst werden und so auch zur frühen Mobilisation nach einer Operation beitragen.

Hüftorthesen können auch eingesetzt werden, um die Oberschenkel um ein bestimmtes Maß zu spreizen oder zu beugen. Solche Orthesen sind auch als Spreizhosen bekannt und werden vor allem bei der kindlichen Hüftdysplasie eingesetzt.

Die Hüftdysplasie ist eine Fehlbildung der Hüftgelenkspfanne, in der der Oberschenkelknochen liegt. Aufgrund dieser Fehlbildung kann es bei der Hüftdysplasie häufig zu einer Ausrenkung des Hüftgelenks kommen, was durch die frühe Korrektur mit Hilfe einer solchen Spreizhose weitestgehend verhindert werden kann.

Knieorthesen

Knieorthesen umschließen das Kniegelenk und oftmals auch noch weitere Teile des Beines. Je nach Schweregrad der Verletzung können sie aus Hartplastik (Hartrahmenorthesen) oder aus elastischem Stoff (Softorthesen) bestehen.

  • Softorthesen stützen das Kniegelenk nach leichteren Verletzungen der Bänder, die das Kniegelenk stabilisieren (Innen- oder Außenband).
  • Hartrahmenorthesen dienen eher der Genesung von Kniegelenken nach einem Kreuzbandriss.

Sprunggelenksorthesen

Diese Orthesen dienen der Stabilisierung des oberen Sprunggelenks (OSG), dem Fußknöchel. Sprunggelenksorthesen sind meist sehr dynamisch gestaltet. Einerseits sind sie dafür da, dem Gelenk Stabilität und Sicherheit zu verleihen, gleichzeitig sollen sie jedoch auch mobilisieren und das Sprunggelenk allmählich wieder an mehr Bewegungsspielraum gewöhnen.

Eingesetzt werden Sprunggelenksorthesen zum Beispiel nach Verletzungen der Achillessehne oder nach Bänderrissen im Sprunggelenk. Sogenannte Fußheberorthesen können den Fuß in allen Gangarten und vor allem beim Bergaufgehen und Treppensteigen unterstützen.

Fußorthesen

Fußorthesen bezeichnen orthopädische Hilfsmittel, die den Fuß oder die Zehen umschließen. Sie umfassen somit Orthesenschuhe und die damit verbundene Orthesen-Schuhtechnik. Diese umfasst individuell angepasste, maßgefertigte Schuhe für jeden Fuß sowie Einlagen für Schuhe.

Fußfehlstellungen wie Spreizfuß, Senkfuß oder Sichelfuß können durch Einlagen oder in schweren Fällen durch orthopädische Schuhe korrigiert werden. In den meisten Fällen kann so auf eine Operation verzichtet werden, weil der Fuß dank des orthopädischen Hilfsmittels optimal entlastet und Schmerzen verhindert werden können.

Zu Fußorthesen zählen außerdem diejenigen orthopädischen Hilfsmittel, die einzelne oder mehrere Zehen umschließen und Zehenverformungen und Fehlstellungen der Zehen korrigieren können.

Ganzbeinorthesen

Manche Orthesen umfassen nicht nur einzelne Abschnitte der unteren Gliedmaße, sondern das ganze Bein. Sie können je nach Modell vom Knie bis zum Fuß oder von der Hüfte bis zum Fuß reichen. Beispielsweise können diese Orthesen nach Knochenbrüchen einen Gips ersetzen und mehrere Gelenke gleichzeitig stabilisieren.

Orthesen für die oberen Gliedmaßen

Zu den oberen Gliedmaßen zählen die Schulter, der Arm, Ellenbogen, das Handgelenk, die Hand und die Finger. Orthesen kommen hier häufig als Gipsersatz nach Knochenbrüchen zum Einsatz.

Schulterorthesen

Wenn die Schulter nach einer Operation oder Verletzung ruhiggestellt und entlastet werden muss, kommt eine Schulterorthese zum Einsatz. Sie umschließt das Schultergelenk und stabilisiert es, damit das Gewebe in Ruhe heilen kann. Beispiele für den Einsatz einer Schulterorthese sind ein ausgekugeltes Schultergelenk oder ein Schlüsselbeinbruch.

Orthesen für den Ellenbogen

Eine häufige Komplikation am Ellenbogen ist der sogenannte Tennisarm (Epicondylitis), der durch eine Überbelastung des Unterarms und des Ellenbogengelenks entstehen kann. Eine sogenannte Epicondylitis-Orthese (auch Epicondylitis-Spange) kann in diesem Fall gezielt für Entlastung sorgen, indem sie die Zugspannung am Sehnenansatz im Ellenbogen durch Druck auf den Unterarmmuskel vermindert und so die Heilung fördert.

Orthese für das Handgelenk

Handgelenksorthesen sollen das Handgelenk entlasten und stabilisieren. Sie können dabei Reizzustände und Schmerzen lindern, die beispielsweise im Rahmen von Sehnenentzündungen oder Sehnenscheidenentzündungen auftreten können.

Orthesen für Finger und Hand

Nach Verletzungen oder Operationen an der Hand oder den Fingern müssen diese meist ruhiggestellt werden. Orthesen für Finger und Hand umschließen dabei meist einen oder mehrere Finger (Daumenschienen, Fingerkappen, Fingerschienen) und tragen durch Stabilisierung der Fingergelenke zum Heilungsprozess bei.

Ganzkörperorthesen

Manche Orthesen umschließen nicht nur einzelne Körperteile, sondern mehr oder weniger den ganzen Körper. Menschen, die an Lähmungen leiden (Paraplegie, Spina bifida, u.ä.) und Schwierigkeiten beim Gehen haben, können von solchen Orthesen profitieren, die meist von der Brustregion über die Hüfte bis zum Fuß reichen. Sie unterstützen die körpereigene Muskulatur und entlasten sie, und ermöglichen auf diese Weise Gehfähigkeit.

Prothesen-Technik

Prothesen können (im Gegensatz zur Orthese, welche lediglich von außen auf den Körper wirkt) fehlende Körperteile ganz oder teilweise ersetzen. Die Prothesen-Technik beschränkt sich dabei jedoch nicht nur auf den Ersatz von fehlenden Gliedmaßen wie Arme, Hände, Beine oder Füße. Auch Ohren oder eine Nase können mithilfe einer Prothese ersetzt werden.

Das Ziel ist es dabei primär, einen funktionellen Ausgleich zu schaffen, d.h. im Falle eines fehlenden Beines die Gehfähigkeit wiederherzustellen. Doch auch die Wiederherstellung des optischen Erscheinungsbildes kann entlastend auf Betroffene wirken.

Beinprothesen

Beinprothesen umfassen Prothesen für das gesamte Bein, speziell angefertigte Teile für den Fuß, das Sprunggelenk oder das Knie. Die Anforderungen an eine Beinprothese sind vor allem eine hohe Stabilität, damit die Ersatzgliedmaße belastbar ist und das Körpergewicht in Ruhe und Bewegung tragen kann.

Beinprothesen werden in ihrem Grundgerüst deshalb meist aus Karbon gefertigt. Karbon besteht zu 100% aus Kohlenstoff und bringt im Vergleich zu Kunststoff oder Holz entscheidende Vorteile mit sich: es ist leicht und gleichzeitig besonders stabil und belastbar.

Ganzbeinprothesen werden meist mit Schaumstoff überzogen, um das optische Erscheinungsbild wiederherzustellen. Die Gelenke einer Beinprothese bestehen aus stoßgedämpften, flexiblen Elementen, um eine optimale Federung während des Gehens zu ermöglichen.

Prothesen für das Kniegelenk

Eine Knieprothese ist ein vollständiger oder teilweiser Ersatz des menschlichen Kniegelenks. Wenn das eigene Kniegelenk dauerhaft zerstört oder verschlissen ist, oder die Beweglichkeit durch starke Schmerzen eingeschränkt wird, kann ein künstliches Kniegelenk als Ersatz dienen. Seine Aufgabe ist es, das ursprüngliche Gelenk in seiner Funktion nachzuahmen.

Der Knochen des Kniegelenks wird dafür mit einer metallischen Oberfläche überzogen, deren Form funktionell dem menschlichen Kniegelenk entspricht. Je nachdem, wie schwer das Kniegelenk beeinträchtigt ist, kann das Gelenk vollständig oder teilweise durch die Prothese ersetzt werden.

Prothesen für das Sprunggelenk

Das obere Sprunggelenk (OSG) kann als Folge eines Unfalls (z.B. Umknicken) verletzt werden und im Laufe der nächsten Jahre oder Jahrzehnte allmählich verknöchern. Man spricht dabei von einer Sprunggelenksarthrose. Sollte das Gelenks dadurch so sehr eingeschränkt werden, dass durch Schmerzen und Unbeweglichkeit das Gehen beeinträchtigt oder unmöglich wird, kann das Sprunggelenk durch eine Prothese ersetzt werden.

Auch wenn die vollständige Beweglichkeit des Sprunggelenks dadurch nicht wiederherstellt werden kann, ist die Beweglichkeit mit einer Sprunggelenksprothese ausreichend für schmerzfreies Gehen.

Armprothesen

Armprothesen bezeichnen Prothesen für die oberen Gliedmaßen, die Schulter, Arm, Ellenbogen, Hand und Finger umfassen können. Die Anforderungen an eine Armprothese unterscheiden sich grundlegend von einer Beinprothese. Anstelle von Stabilität um das Körpergewicht tragen zu können, steht hier die Beweglichkeit und Funktionalität einer künstlichen Hand an erster Stelle.

Armprothesen sind deshalb häufig mit Elektrogreifern als Handersatz oder Haken (Hooks) ausgestattet, die in ihrer Funktion eine Hand nachahmen.

Daneben gibt es auch Armprothesen, die das optische Erscheinungsbild wiederherstellen sollen. Sogenannte Prothesenhandschuhe versuchen, die Armprothese in das körperliche Gesamtbild zu integrieren. Sie bestehen beispielsweise aus Silikonüberzügen für eine funktionelle, elektrische Armprothese.

Rehabilitationstechnik

Rehabilitationstechnik (kurz: Reha-Technik) bezeichnet einen Zweig der Orthopädietechnik, die sich auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung spezialisiert hat. Neben pflegerischer und medizinischer Hilfe benötigen diese meist eine Vielzahl an Hilfsmitteln, die ihnen das Leben erleichtern und im Alltag unterstützen können.

Mobilität ist mit Abstand einer der wichtigsten Punkte in der Rehabilitationstechnik. Individualität ist gefragt, denn die Bedürfnisse der Menschen sind stark variabel.

Die Reha-Technik bietet deshalb eine Reihe von verschiedenen Rollstühlen und Gehhilfen an. Von einem einfachen, möglichst leichten Standard-Rollstuhl, über Aktiv-Rollstühle (manuell oder elektrisch betrieben), speziell gefertigte Sport-Rollstühle (Renn-Rollstühle) zu Bob-Rollstühlen, die als Fahrradersatz dienen können, ist alles dabei.

Mobilität für Menschen mit Behinderung umfasst jedoch mehr als nur einen Rollstuhl. Die Reha-Technik bietet auch speziell gefertigte Autositze an, Gehwagen und Lifter, die Mobilität in den eigenen vier Wänden, beispielsweise vom Rollstuhl ins Bett oder in die Dusche ermöglichen.

Jeder Mensch hat hier einen individuellen Hilfsmittelbedarf. Die Rehabilitations-Technik versucht deshalb eine möglichst behindertengerechte Gestaltung des gesamten Wohnumfeldes zu erreichen.

Sitz- und Liegeschalen

Eine behindertengerechte Gestaltung des Wohnumfeldes schließt auch orthopädische Sitz- und Liegeschalen mit ein. Sie werden meist in Rollstühlen oder zu Hause im Bett oder einem Sessel eingesetzt und ermöglichen einen unterstützenden, bequemen und sicheren Sitz und Halt für den Kunden. Orthopädische Sitz- und Liegeschalen werden meist nach Maß angefertigt.

Die Schale besteht in der Regel aus gehärtetem Kunststoff, der durch einen Vakuumabdruck des Kunden geformt und anschließend mit Schaumstoff gepolstert wird. Auf diese Weise wird die Schale ganz genau an die körperlichen Bedürfnisse des Kunden angepasst.

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Eine bekannte, wenn auch nicht maßgeschneiderte Version einer Sitzschale ist der Kindersitz für das Auto, der eine sichere und bequeme Unterbringung des Kindes im PKW ermöglicht.

  • Demus et al: Rumpforthesen: Indikation und Verordnung, Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik, YUKOM, 2000
  • Grage-Roßmann, B. „Klassifizierung und Indikation von Halsorthesen.“ ORTHOPADIE TECHNIK 53.7 (2002): 570-579.
  • Medhat, A., and Joseph Gnoyski. „Prosthetics, Orthotics and Assistive Devices.“
  • Verordnung über die Berufsausbildung zum Orthopädietechnik-Mechaniker und zur Orthopädietechnik-Mechanikerin (Orthopädieausbildungsverordnung – OrthAusbVO), Bundesgesetzblatt Jahrgang 2013.
  • http://www.rehadat-hilfsmittel.de/de/orthesen-prothesen/index.html, letzter Zugriff 25.07.2017.
  • https://www.bauerfeind.de/, letzter Zugriff 25.07.2017.
  • http://www.schlather.de/orthopadietechnik/, letzter Zugriff 26.07.2017