Knochendichtemessung

knochendichte

Bei der Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) handelt es sich um ein medizinisch-technisches Verfahren, mit dem die Massendichte und damit die Stabilität der Knochen bestimmt werden kann. Die Knochendichtemessung dient als Diagnose- und Kontrollverfahren, sie ermöglicht die Feststellung einer Osteoporose (Knochenschwund) sowie die Überprüfung des Behandlungserfolgs bei einer Osteoporose-Therapie.

Das Ärzte-Team der Maxineum-Gemeinschaftspraxis möchte Ihnen mit diesem Text das wichtigste Grundwissen rund um Knochen, Knochendichte und Osteoporose vermitteln. Darüber hinausgehende Fragen zu Ihrem individuellen Gesundheitszustand beantworten wir gerne persönlich im Patientengespräch.

Knochen – das stabile Gerüst des menschlichen Körpers

Das Skelett, das unserem Körper seine Stabilität verleiht, besteht aus etwa 205 Knochen verschiedenster Form und Größe – vom größten, fast einen halben Meter langen Oberschenkelknochen bis hin zu den winzigen, nur 2,6 Millimeter großen Gehörknöchelchen im Innenohr.

Das Knochengewebe besteht aus einem Netzwerk von Knochenzellen die aus eine Struktur aus organischen und anorganischen Bestandteilen – vor allem Kollagenfasern und Hydroxylapatit-Kristallen – eingebettet sind. Diese Kombination verleiht den Knochen ihre Zug- und Druckfestigkeit.

Knochenwachstum und -erneuerung

Unsere Knochen sind zwar fest, aber dennoch wachsen sie: Insbesondere bei Kindern findet ein beeindruckendes Längenwachstum statt. So schafft es der Oberschenkelknochen von ca. 7-8 Zentimetern beim Neugeborenen zu fast einem halben Meter beim Erwachsenen!

Daneben unterliegen unsere Knochen auch einem steten Erneuerungsprozess, dem sog. Knochenumbau: Dadurch wird die gesamte Knochenmasse des Menschen innerhalb von 7-10 Jahren ‚ausgetauscht‘, d.h. altes Knochengewebe wird abgebaut und durch neu aufgebautes ersetzt.

Osteoporose – wenn die Knochen brüchig werden

Mit zunehmendem Alter gerät der Prozess des Knochenumbaus ins Stocken: Der Abbau des Knochengewebes erfolgt schneller als der Neuaufbau. Das Gerüst im Inneren des Knochens wird also zunehmend ‚löchriger‘ bzw. großporiger. Medizinisch messen lässt sich dies über die Knochendichte.

Die Knochendichte kann man sich dabei genau so vorstellen, wie man es aus dem Physikunterricht kennt:

knochendichtemessung

Je dichter der Knochen, desto stabiler und bruchresistenter ist er – oder umgekehrt: Je geringer die Knochendichte, desto höher das Risiko für Knochenbrüche.

Eine deutlich verringerte Knochendichte bezeichnet man als Osteoporose (Knochenschwund). Am häufigsten handelt es sich dabei um eine altersbedingte Erkrankung, die sog. primäre Osteoporose. Dies betrifft insbesondere Frauen nach der Menopause.

Nur in 5% der Fälle liegt eine sekundäre Osteoporose vor, die zumeist durch hormonelle oder entzündliche Erkrankungen, Unterernährung, Bewegungseinschränkungen sowie langfristige Medikamenteneinnahme aufgrund anderer Erkrankungen entsteht.

Bei einer Osteoporose erhöht sich das Risiko von Knochenbrüchen. Am gefährdetsten sind die Wirbelsäule (Wirbelkörper-Einbrüchen) und der Oberschenkel (Schenkelhals-Fraktur). Daneben kommt es auch häufiger zu Armbrüchen (handgelenksnahe Radius-Fraktur oder Oberarmkopfbruch) und Beckenbrüchen.

Dem altersbedingten Knochenschwund lässt sich durch eine Anpassung von Ernährung und Lebensweise recht gut vorbeugen. Zudem gibt es zahlreiche Medikamente, mit denen die Osteoporose wirksam behandelt werden kann: Das senkt das Verletzungsrisiko, lindert bestehende Beschwerden und erhöht die Lebensqualität.

Um die Notwendigkeit einer solchen Osteoporose-Therapie ermitteln und ggf. den Behandlungserfolg zu überprüfen, wird die Knochendichtemessung eingesetzt.

Indikation: Wann sollte eine Knochendichtemessung erfolgen?

Die Messung der Knochendichte empfiehlt sich zur:

  • Diagnose einer möglichen Osteoporose bei Frauen und Männern ab einem gewissen Alter, beim Vorliegen bestimmter Risikofaktoren und/oder beim Auftreten typischer Symptome, sowie zur
  • Überprüfung des Behandlungserfolges einer Osteoporose-Therapie. Sichtbare Erfolge motivieren die Patienten zur aktiven Mitwirkung durch regelmäßige Medikamenteneinnahme sowie die Anpassung von Ernährung und Lebensweise.
Eine Knochendichtemessung zur Diagnose einer möglichen Osteoporose empfiehlt sich vor allem für ältere Menschen:

  • Frauen nach den Wechseljahren sollten eine Knochendichtemessung vornehmen lassen, wenn ein oder mehrere Risikofaktoren vorliegen bzw. Osteoporose-Symptome auftreten. Ab dem 70. Lebensjahr empfiehlt sich eine generelle Überprüfung der Knochendichte.
  • Männer ab dem 50. Lebensjahr sollten eine Knochendichtemessung vornehmen lassen, wenn ein oder mehrere Risikofaktoren vorliegen bzw. Osteoporose-Symptome auftreten. Ab dem 80. Lebensjahr empfiehlt sich eine generelle Überprüfung der Knochendichte.
Risikofaktoren für die Entwicklung einer Osteoporose sind:

  • Rauchen
  • regelmäßiger und/oder starker Alkoholgenuss
  • Mangelernährung bzw. verminderter Vitamin-D-Spiegel
  • bestimmte Erkrankungen (bspw. Schilddrüsenüberfunktion, Niereninsuffizienz)
  • regelmäßige Medikamenteneinnahme (bspw. Kortikoide, Marcumar, Heparin…)
  • bei Frauen: frühes Eintreten der Menopause, Behandlung mit Hormontherapie, familiäre Vorbelastung
Wenn Sie typische Symptome einer Osteoporose bei sich beobachten, sollten Sie zwecks Diagnose einen Arzt aufsuchen. Dazu gehören:

  • Rückenschmerzen
  • Abnahme der Körpergröße im Alter
  • Verformung des Brustkorbs
  • häufige Knochenbrüche
  • Gelenkerkrankungen und Bewegungseinschränkungen

Knochendichtemessung: Wie stabil sind Ihre Knochen?

Die Knochendichtemessung bestimmt die Dichte und damit die Stabilität der Knochen. Die Messung erfolgt mithilfe verschiedener Verfahren, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen möchten.

Zwei-Spektren-Röntgenabsorptiometrie (DXA)

Am zuverlässigsten lässt sich die Knochendichte durch den Einsatz von Röntgenstrahlen messen. Die sog. Zwei-Spektren-Röntgenabsorptiometrie (englisch: Dual-Energy X-Ray Absorptiometry, abgekürzt: DXA oder DEXA) ist nicht nur die am weitesten verbreitete, sondern auch die einzige von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Dachverband Osteologie anerkannte Methode.

Die DXA beruht auf dem klassischen Röntgenprinzip: Wenn Röntgenstrahlen den Körper durchdringen, werden sie von den verschiedenen Gewebearten (Knochen, Muskeln, Fett) unterschiedlich stark absorbiert. Dies beruht auf der verschiedenen Dichte der Gewebe und ist als Hell-Dunkel-Abstufung auf den fertigen Röntgenbildern sichtbar.

Anders als beim klassischen Röntgen kommen bei der DXA gleich zwei Röntgenröhren mit unterschiedlicher Leistung zum Einsatz. Dadurch lässt sich der weichteilbedingte Absorptionsanteil besser herausrechnen.

Gemessen wird üblicherweise an den besonders gefährdeten Stellen: an der Lendenwirbelsäule und an der Hüfte, also am Schenkelhals. Erweitert werden kann dies Verfahren durch eine zusätzliche Lasermessung an der Ferse oder eine Analyse der gesamten Knochenmasse im sog. „Full Body DXA Scanner“.

Die DXA liefert keine Dichtewerte im Sinne der Physik (Masse durch Volumen, kg/m3), sondern eine flächenprojizierte Masse, die sog. Flächendichte (kg/m2). Die Auswertung der Ergebnisse wird im Stichpunkt Messergebnisse erläutert.

Vorteile der DXA:

  • genaue Messwerte
  • nicht-invasiv, geringe Belastung des Patienten
  • geringe Strahlenbelastung
  • schnell durchführbar (5-10min)
  • preiswert
In der Maxineum- Gemeinschaftspraxis erfolgt die Knochendichtemessung mithilfe dieses bewährten Verfahrens. Wir führen die DXA auf dem Gerät Lunar an der Lendenwirbelsäule und den Schenkelhälsen durch. So erreichen wir zuverlässige Messergebnisse, die eine sichere Osteoporose-Diagnose ermöglichen und eine aussagekräftige Basis für eine anschließende Therapie bilden.

Quantitative Computertomographie (QCT)

Bei der Computertomographie handelt es sich um ein bildgebendes Verfahren, bei denen die Rohdaten der Röntgenstrahlen anschließend im Computer ausgewertet und dargestellt werden.

Die quantitative Computertomographie (QCT) kann auch die Knochengeometrie erfassen und bestimmt damit die physikalische Dichte, als Angabe der Masse je Volumen (kg/m3). Unter Einbeziehung weiterer Strukturdaten (Mineralgehalt der unterschiedlichen Knochenbestandteile) können zusätzlich zur Knochendichte auch andere Indikatoren bspw. die Knochenfestigkeit oder Biegefestigkeit berechnet werden.

Neben den herkömmlichen Ganzkörperscannern, die eine Untersuchung der Wirbelsäule ermöglichen, kommen auch kleinere und preiswertere Systeme zum Einsatz, die nur Arme oder Beine untersuchen – dann spricht man von der peripheren quantitativen Computertomographie (pQCT).

Bewertung der QTC/pQTC:

  • QTC ergibt genauere Messwerte, pQTC nur ungenügend
  • QTC ergibt eine höhere Strahlenbelastung als bei der DXA
  • aufwändiger und teurer
  • noch unzureichende Vergleichswerte zur Interpretation der Messwerte

Quantitative Ultraschall-Untersuchung (QUS)

Die Untersuchung der Körpergewebe kann auch mittels Ultraschall erfolgen. Die Analyse der Laufzeiten und Reflexionen des Schalls ermöglicht dabei Rückschlüsse auf die Knochendichte. Untersucht werden in der Regel Ferse oder Finger.

Bewertung der QUS:

  • keine Strahlenbelastung
  • ähnlich wie beim pQCT nur ungenügende Diagnostik
  • noch unzureichende Vergleichswerte zur Interpretation der Messwerte

T und Z: Interpretation der Messwerte

Aufgrund der unterschiedlichen Messwerte, die die einzelnen Verfahren ergeben, hat sich eine Bewertung anhand zweier Skalen durchgesetzt. Diese beruhen auf statistischen Modellen der alters- und geschlechtsspezifischen Normalwerte für die Knochendichte und geben die jeweilige Abweichung davon an.

Der T-Wert beschreibt die Abweichung der individuellen Knochendichte von der geschlechtsspezifischen maximalen Knochendichte (peak bone mass), also dem Durchschnittswert gesunder Männer bzw. Frauen im Alter von 30 Jahren.

Liegt dieser Wert zwischen 0 und -1, spricht man von einem Normalbefund. Bei Werten zwischen -1 und -2,5 spricht man von einer Osteopenie, also einer verminderten Knochendichte, bei Werten ≤ ‑2,5 von einer Osteoporose.

Da mit zunehmendem Alter eine gewisse altersbedingte Verringerung der Knochendichte ganz normal ist, verliert der Vergleich mit der Knochendichte gesunder 30-Jähriger entsprechend an Aussagekraft.

Daher wird ein zweiter Vergleichswert herangezogen, nämlich die durchschnittliche Knochendichte gesunder Männer bzw. Frauen der jeweiligen Altersgruppe. Bei einer 65-jährigen Patientin wird die ermittelte Knochendichte also mit dem Durchschnittswert gesunder gleichaltriger Frauen verglichen.

Ein Z-Wert zwischen 0 und -1 signalisiert dabei eine geschlechts- und alterstypische Knochendichte. Ein niedrigerer Wert ≤ ‑1 deutet auf eine mögliche Osteoporose.

Wie läuft die Knochendichtemessung in der Maxineum-Orthopädie ab?

Eine Knochendichtemessung ist ein modernes und sicheres Verfahren der Osteoporose-Diagnostik.

Das Maxineum-Ärzteteam legt großen Wert auf eine sorgfältige Diagnose. Diese umfasst vor der eigentlichen Untersuchung stets ein ausführliches Patientengespräch, in dem Symptome und eventuelle Beschwerden eingehend abgeklärt werden. So kann sich der behandelnde Arzt in erstes Bild von Ihrem gesundheitlichen Gesamtzustand machen.

Im Anschluss daran erfolgt die Untersuchung von Lendenwirbelsäule und Schenkelhälsen mit dem bewährten und äußerst belastungsarmen Verfahren der Zwei-Spektren-Röntgenabsorptiometrie (DXA). Dabei liegen Sie bequem auf einem Röntgentisch. Die Untersuchung dauert maximal zehn Minuten. In dieser Zeit sollten Sie so ruhig wie möglich liegen und sich nicht bewegen, um ein zuverlässiges Messergebnis zu erreichen.

Die Knochendichtemessung mittels DXA erfordert keine spezielle Vorbereitung: Sie können ganz normal essen und trinken und müssen keine Medikamente einnehmen. Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei und Sie können danach sofort wieder nachhause gehen.

Die Ergebnisse der DXA-Messung erhalten Sie sofort nach der Untersuchung. Ihr Arzt wird Ihnen die Bedeutung der T- und Z-Werte verständlich erläutern. Wenn eine Osteoporose vorliegt, wird er einen Behandlungsplan erarbeiten, der alle weiteren Schritte – medikamentöse Therapie sowie ggf. ergänzende Maßnahmen – enthält.

Angst vorm Oberschenkelhalsbruch? Was Sie gegen die Osteoporose tun können!

Eine Osteoporose-Diagnose macht gerade unter älteren Menschen oft Angst, viele fürchten besonders die Fraktur des Schenkelhalses und den damit verbundenen langwierigen Heilungsprozess.

Das erhöhte Risiko von Knochenbrüchen sollte man natürlich ernstnehmen, aber dennoch möchte Ihnen das Maxineum-Praxisteam Mut machen: Eine Osteoporose lässt sich mit den Mitteln der modernen Medizin recht gut behandeln! Das Verletzungsrisiko kann spürbar minimiert, die Lebensqualität spürbar gesteigert werden.

Einen wichtigen Beitrag leisten auch die folgenden Maßnahmen:

  • Erhalt von Kraft und Beweglichkeit durch regelmäßige, sanfte Gymnastik
  • Verzicht auf Schlafmittel, da diese die Verletzungsanfälligkeit erhöhen (Benommenheit, Schwindel, „schwummriger Kopf“)
  • altersgerechte Wohnungseinrichtung, insb. Abbau von Stolperfallen (Türschwellen, Teppichkanten, Kabel…) und Anbringen von Haltegriffen im Bad
  • Verwendung von Gehhilfen (Stock, Rollator…) zur erhöhten Stabilität
  • Verwendung von Sehhilfen (Brille), um Hindernisse gut erkennen und bewältigen zu können

Sprechen Sie in jedem Fall mit Ihrem behandelnden Arzt – das Maxineum-Team berät Sie gerne!

Risiken

Wie bei jedem medizinischen Diagnose- und Therapieverfahren gibt es auch bei der Knochendichtemessung geringe Risiken, die sich nicht vollständig ausschließen lassen.

So kommt es bei der Messung mittels DXA zu einer Strahlenbelastung des Körpers von ca. 1-6 Mikrosievert (µSv). Die Belastung ist jedoch vergleichsweise gering: Die Belastung während einer normalen Flugreise beträgt 60-100 µSv, die allgemeine jährliche Belastung durch die natürliche Erdstrahlung erreicht 2 Millisievert (=2000 µSv).

Um die zusätzliche Belastung möglichst gering zu halten, sollten Röntgenuntersuchungen dennoch möglichst selten durchgeführt werden. So erfolgt die Knochendichtemessung zwecks Kontrolle des Behandlungserfolgs einer Osteoporose-Therapie in der Regel alle zwei Jahre, in Einzelfällen auch jährlich.

Als Kontraindikation für die Untersuchung mit Röntgenstrahlen gilt lediglich eine Schwangerschaft, da eine Schädigung des Ungeborenen nicht auszuschließen ist. Bei der klassischen Zielgruppe der Knochendichtemessung – Frauen nach der Menopause – ist dies jedoch nicht relevant.

Kosten der Knochendichtemessung

Die Kosten einer Knochendichtemessung werden von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, wenn aufgrund konkreter Befunde (Vorliegen mehrerer Risikofaktoren, typische Symptome) von einer Osteoporose auszugehen ist und eine medikamentöse Behandlung angestrebt wird. Auch die Messung zur Überprüfung des Therapieerfolgs wird in der Regel von der GKV übernommen.

Andernfalls handelt es sich bei der Knochendichtemessung um eine sog. „Individuelle Gesundheitsleistung“ (IGeL), die auf Grundlage der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet wird. Die Maxineum-Orthopädie berechnet für eine Messung an Lendenwirbelsäule und Schenkelhals mittels DXA-Verfahren 50,00 Euro. Die Kosten sind vom Patienten privat zu tragen.